
DFG fördert Essener Immunforscherin: Was Schilddrüsenhormone mit Grippe und Krebs zu tun haben könnten
DFG fördert Essener Immunforscherin
Was Schilddrüsenhormone mit Grippe und Krebs zu tun haben könnten
Dr. Christina Wenzek ist Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und erforscht, wie Schilddrüsenhormone das Immunsystem beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen spezialisierte Immunzellen, sogenannte T-Zellen, die bei der Abwehr von Krankheiten eine zentrale Rolle spielen. In ihrem Projekt untersucht sie, wie sich eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auf diese Zellen auswirkt, besonders bei akuten Atemwegsinfektionen. Möglicherweise steuern Schilddrüsenhormone das Verhalten von Abwehrzellen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt ihr Vorhaben für drei Jahre mit rund 515.000 Euro.
Dr. Christina Wenzek arbeitet in der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel des Universitätsklinikums Essen (UK Essen). „Die Förderung meines ersten Projekts sowie der eigenen Stelle ist ein Meilenstein in meiner Karriere“, sagt sie. Die Gutachter:innen der DFG loben die hohe Innovationskraft des Projekts, den interdisziplinären Ansatz und den möglichen Nutzen neuer Erkenntnisse. Zudem verweisen sie auf die außerordentlich starke Publikationsbilanz von Dr. Wenzek.
Türöffner für effektivere Therapien
Mit Hilfe molekularbiologischer Techniken analysiert die DFG-geförderte Infektionsbiologin die Signalwege, über die Schilddrüsenhormone auf T-Zellen wirken. Ziel ist, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Hormon- und Immunsystem besser zu verstehen. Die Erkenntnisse könnten langfristig neue Ansätze für Therapie und Prävention von Erkrankungen bieten.
Breites Anwendungsspektrum denkbar
Dr. Wenzeks Forschung könnte neue Wege bei der Behandlung von Atemwegsinfektionen sowie bei Krebstherapien eröffnen. Besonders wichtig wären die Erkenntnisse für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Ein besseres Verständnis der lokalen Wirkung von Schilddrüsenhormonen auf T-Zellen kann zudem Diagnosen und Behandlungen verbessern.
nterdisziplinarität als Schlüssel
„Interdisziplinäre Forschung ist eine zentrale Voraussetzung für medizinischen Fortschritt“, sagt Dr. Christina Wenzek. „Die komplexen Zusammenhänge im menschlichen Körper lassen sich durch die enge Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen besser entschlüsseln.“ Förderprogramme sollten laut Wenzek daher interdisziplinäre Projekte noch stärker unterstützen. Das würde auch Innovationen in der Forschung wahrscheinlicher machen.
Kollaborationspartner:innen:
Institut für Medizinische Mikrobiologie (UK Essen) – Prof. Dr. Astrid Westendorf, PD Dr. Torben Knuschke
Institut für Humangenetik (UK Essen) – Prof. Dr. Frank Kaiser, Dr. Nina Härting
Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung (UK Essen) – Prof. Dr. Daniel Engel
Institut für Tierpathologie (FU Berlin) – Prof. Dr. Robert Klopfleisch
Amsterdam Gastroenterology Endocrinology Metabolism (Amsterdam UMC) – Prof. Anita Boelen
Weitere Informationen:
Dr. Christina Wenzek, Universitätsklinikum Essen, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel, christina.wenzek@uni-due.de, Tel. 0201/723-83081
Pressekontakt
Martin Rolshoven, M.A.
Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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